Allgemein · Tagebuch

Ich bin eine falsche Autorin.

Alkohol trinke ich nicht, Zigaretten rauche ich nicht, Drogen nehme ich nicht. So weit, so normal und so langweilig. Ich lese gern, bin gern allein und trotzdem auch gern unter Menschen. Außerdem lache ich gern, vor allem über richtig dumme Witze. Serien kann ich mitsprechen, jedenfalls einige, die extrem sinnlos und lustig sind. 🙂

Ist das nicht irgendwie bei allen so? Klar bin ich gern ein Feen-Mädchen, ich liebe meine hellen Kleider und das ganze Drumherum. Und ja, ich sehe echt spießig aus, das ist auch okay so. Leute können von mir aus aussehen, wie sie wollen, ich mag sie, solange sie eine eigene Meinung haben, tolerant und nett zu mir sind. Jeder wird akzeptiert, der auch alle anderen akzeptiert. Persönliche Antipathien gibt es natürlich immer, aber im Großen und Ganzen gehe ich erst einmal positiv an Menschen heran, auch wenn ich im ersten Moment etwas scheu sein kann, was man mir nicht immer anmerkt. Das ist auch okay so, weil ich okay bin, du übrigens auch. 🙂

Hinterm Rücken redet es sich immer am einfachsten, das ist auch selbstverständlich. Aber wenn gesagt wird, dass ich gar keine richtige Autorin bin, weil ich ein Instagram-Profil habe, kann man ja wohl erst einmal schlucken. Hallo, ich bin Rieke, 20, studiere Angewandte Linguistik im Master und mag Süßigkeiten. Was spricht da gegen ein bisschen Social Media? Richtig, nichts. Füge „und ich schreibe Bücher“ ein. Was zum Teufel soll sich daran plötzlich ändern? Und wieso ist das anderen wichtig? Nicht jedem muss gefallen, dass ich eher niedlich als sexy bin, dass ich eine Perfektionistin bin und echt anstrengend. Wieso urteilen manche, sobald es im Internet oder in einem Buch steht, so anders über Dinge?

Es ist doch schnurzpiepegal, ob ich aussehe wie eine Sauberfrau oder Punk bin. Es ist nicht in Ordnung, das Äußere zu verurteilen. Auch nicht, wenn es einem zu hell ist, wenn ich für den persönlichen Geschmack zu dick oder zu dünn bin, zu lange oder zu kurze Haare habe, zu leise rede, zu laut beim Lachen grunze, zu viel oder zu wenig im Internet oder in Büchern zeige. Ich darf Gedichte schreiben und mich trotzdem manchmal schminken, ich darf Lesungen halten und trotzdem einen Modeblog lesen. Ich darf Kurzgeschichten schreiben, ohne dazu Alkohol zu trinken, nur weil es in die Vorstellung einer Autorin passt. Ich darf mich sogar komplett so verhalten, wie ich es tun würde, wenn ich die Gedichte immer noch nur bei mir zu Hause und nicht in einem Buch hätte. Sogar mit Instagram-Profil. Und ganz ehrlich? Mein Account ist winzig, es ist offensichtlich, dass ich nur aus Spaß an Bildern und Texten auf Plattformen etwas hochlade. Kein Grund, das in irgendeiner Weise zu ernst zu nehmen oder zu dramatisieren. Es macht mir und tausend anderen Leuten einfach Spaß. Tschuldigung. 😀

Veröffentlichungen jeder Art sind ein Angebot. Jeder Instagram-, Facebook- oder Blogpost jeder Person, jeder Zeitungsartikel, jeder Kommentar, jedes alles ist da, damit es gelesen werden kann. Kann. Nicht muss. Und erst recht nicht verurteilt werden muss. Kritik und Meinungen sind super! Aber es gibt einen Unterschied zu Beleidigungen. Und selbst wenn es nicht böse gemeint ist … Hilft es mir wirklich weiter, wenn man mir sagt, dass ich mich viel zu niedlich für meine Texte präsentiere?

„Hier ist etwas, woran ich gearbeitet habe, bitte lies es dir möglichst böswillig durch und erzähl allen Leuten, dass dir meine Nase zu hässlich ist. Danke!“

Ich kann ja mal anfangen, nett zu sein. Du bist toll. Hab einen schönen Tag. Und deine Nase ist schön. 🙂

Liebste Grüße
Rieke

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Foto: Lichtpoesie

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