Allgemein · Tagebuch

Schokoladenzukunft

Früher, also damals, als ich noch klein war, wollte ich Prinzessin-Autorin-Abenteurerin werden. Dann wollte ich einfach glücklich werden, später lieber schön und schlank.

Aber auch wenn andere, direkte Wünsche oft intensiver und präsenter sind, bleiben bei mir immer die großen Vorstellung von meiner Zukunft, von meinem Später von meinem Angekommensein. Ist das bei allen so?
Bis vor ein paar Jahren wollte ich („wenn ich groß bin“) mit meinem Hund über einer Buchhandlung wohnen. In einer Wohnung voller Bücher, in der es nach altem Holz und Schokolade riecht. Ich wollte vom Balkon nach unten auf eine Straße aus Kopfsteinpflastern gucken und mit einer großen Tasse Tee in der Hand Menschen beobachten, die sich gegenüber beim Bäcker Croissants und Sonntagsbrötchen kaufen. Abends wollte ich mit Timmy (meinem Hund) in eine Kneipe gehen und bei einem Glas Rotwein mit Freunden über Philosophen und Literatur diskutieren. Ja, wirklich.
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Ich mag aber keinen Rotwein und die meisten Diskussionen über Philosophie und Literatur gefallen mir auch nicht immer. Mode und Serien sind zwar im Gesamten betrachtet nicht besonders wichtig, aber ich rede trotzdem gern darüber. Nimm das, Rotwein! Zwischen der alten Vorstellung und dieser Erkenntnis liegen allerdings ein paar Jahre, in denen ich nicht ernsthaft von einer Zukunft geträumt habe. Es gibt immer Probleme, vermutlich auch immer wirklich schlimme. Aber wenn du dir selbst nicht mehr wichtig bist, ist die Zukunft auch egal. Deshalb sollte man es genießen, sich irgendetwas auszumalen, das passiert, „wenn man groß ist“. Weil es etwas Besonderes ist, das einen lebendig halten kann.

Bücher, Schokolade und altes Holz mag ich immer noch, genauso meinen Hund. Aber jetzt will ich Platz, Ruhe und Familie. Eine Terrasse, auf der ich sitzen, Kaffee trinken, schreiben und Kindern auf der Schaukel zugucken kann. Eine Küche, in der ich Geburtstagskuchen und Weihnachtsplätzchen backen oder gehetzt Spaghetti kochen kann, wenn ich gestresst von der Arbeit nach Hause komme. Einen Beruf, der mich vielleicht nicht in jeder Sekunde glücklich macht, aber herausfordert und erfüllt. Ein Sofa, auf dem ich meine Füße hochlegen und ein Buch aus dem riesigen Regal lesen kann. Ein Klavier im Wohnzimmer.

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So wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht werden, jedenfalls nicht genau so. Aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass man davon träumt. Für mich persönlich dürfen Ziele (auch im Beruflichen) sich ändern, aber ich brauche sie. Eine Vorstellung, an der ich mich festhalten kann, wenn ich mir Sorgen mache und nicht einschlafen kann. Was auch immer aus euch wird, es ist gut so.

Wenn gar nichts klappt, kann ich noch auf einer Abenteuerreise ein neues Land entdecken und da Prinzessin werden. 🙂

Liebste Grüße
Rieke

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5 Kommentare zu „Schokoladenzukunft

  1. Was für ein schöner Text! ♥
    Und du hast absolut recht. Wir sollten unbedingt von unserer Zukunft träumen können. Auch wenn es vielleicht teilweise unrealistisch ist. Irgendetwas braucht man, um voranzukommen. Und wer weiß, vielleicht erreicht man sein Ziel ja doch 😉

    Liebe Grüße
    Anne

    PS: den Traum mit der Buchhandlung hatte ich auch so ähnlich 🙂

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    1. Vielen Dank! ❤️
      Ja, als so ganz unrealistisch will ich meine Vorstellungen doch noch nicht abtun. (:
      Wie witzig, Buchhandlungen sind aber eben auch superschön. 😀

      Liebste Grüße
      Rieke

      Gefällt 1 Person

  2. Ganz toller Beitrag! Das Thema beschäftigt mich im Moment auch sehr, gerade weil ich vor der Entscheidung stehe, was und wo mein erster Job ist. Eine schwierige Enscheidung, die zwar nicht für immer, aber doch so entscheidend für die Zukunft ist.

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    1. Danke, liebe Jana! 🙂
      Ich wünsche dir ganz viel Glück und viel Spaß in deinem neuen Job. Ganz bestimmt wirst du die richtige Entscheidung treffen, die dich glücklich macht!

      Rieke ❤️

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